Warum Nintendo Spiele etwas Besonderes sind

03. Juli 2013 | Seenadel

Warum Nintendo Spiele etwas Besonderes sindAls ich zuletzt etwas aufgeräumt hatte und mir mein alter (aber geliebter) Nintendo 64 mitsamt Spielen entgegen kam, ist mir etwas aufgefallen, was mir vorher nie so sehr bewusst war: Ich behalte sämtliche Spiele von Nintendo.

Egal ob es sich dabei um Zelda: Ocarina of Time oder um den Xten Super Mario Teil handelt.

Auf der anderen Seite steht meine Xbox 360: Spiele werden zu 95% nach dem Durchspielen verkauft, da ich sie mir sowieso nie wieder anschauen werde. Lediglich zeitlose Klassiker wie Dark Souls oder richtig gute Multiplayer-Spiele wie UFC Undisputed bleiben im Regal stehen.

Warum ist das so? Warum kann ich mich von Nintendo Spielen nicht trennen, wohingegen ich die meisten anderen Spiele verkaufe ohne mit der Wimper zu zucken?

Wiederspielwert

Nintendo Spiele kann man grundsätzlich immer wieder spielen. Eine große Story gibt es nicht, meist muss man sein Geschick beweisen und in Jump’n’Run Manier quer durch die Level hüpfen. Das macht einfach Spaß, weswegen ich zum Beispiel Super Mario World für den Super Nintendo alle paar Monate erneut durchspielen könnte (leider lässt die mangelnde Zeit es nicht zu).

Wenn bei Nintendo Spielen doch eine größere Story im Vordergrund steht, z.B. bei den meisten Zelda Teilen, dann ist diese meistens so großartig, dass man sie wenigstens alle paar Jahre mal durchspielen möchte. Oder aber man behält das Spiel, weil einen der bloße Anblick der Hülle schon eine Gänsehaut bereitet (natürlich bei der Erinnerung an die geniale Story ;)).

Auf der anderen Seite stehen die „normalen“ Spiele, die für PC, Xbox 360 und PS3 erscheinen. Diese sind meist auch nicht schlecht und erzählen ebenfalls geniale Stories.

Aber: Nehmen wir als Beispiel Fallout 3 oder The Elder Scrolls: Skyrim. Hier führt man teilweise stundenlange Gespräche mit hundert verschiedenen Charaktere. Das möchte ich nicht noch einmal erleben,  da mir meine Zeit dafür zu kostbar ist. Es gab schon Momente in denen ich mir dachte „Endet das Gespräch auch irgendwann? Ich dachte ich spiele hier ein Spiel!“. Beispiel: The Witcher 2. Geniales Spiel, aber die Gespräche können einen in den Wahnsinn treiben, wenn man selbst gerne aktiv werden würde.

Bei Zelda beschränken sich die Gespräche auf einige Zeilen, obwohl es sich um ein Rollenspiel handelt. Das führt mich zum nächsten Punkt: Einfachheit.

Einfachheit

Nintendo Spiele sind einfach gehalten. Es gibt keine langen Gespräche, es gibt kein kompliziertes Gameplay.

Wenn etwas einfach ist, dann kann man auch nebenbei immer mal wieder einsteigen ohne sich groß Gedanken machen zu müssen. Super Mario, egal welcher Teil, kann man immer wieder für einige Minuten spielen, ohne Vorwissen.

Zelda Oracle of Seasons

Zeitlosigkeit

Das ist ein Punkt, der zum Beispiel bei Ego-Shootern wichtig ist. Vergleicht man die Shooter der 90er Jahre mit den heutigen, fällt auf, dass das Gameplay komplett verändert ist. Früher musste man Medi-Kits sammeln und hat ständig aus der Hüfte geschossen – heute regeneriert man sich automatisch und zielt über Kimme und Korn.

Doch wie ist es bei Jump’n’Runs, also bei den meisten Nintendo Spielen? Hier ändert sich kaum etwas. Man hüpft weiterhin wahlweise von links nach rechts oder auch mal durch 3D-Welten. Das kann sowohl als Kritikpunkt, als auch als positiver Aspekt gesehen werden.

Im Grunde ist ein Super Mario von 1987 dasselbe wie eines von 2013. Zwar gibt es heute mehr Extras und es ist um einiges einfacher geworden, am Gameplay hat sich grundsätzlich trotzdem nicht viel geändert.

Identifikation

Spiele von Nintendo haben eine weitere Besonderheit: Alle Spiele sind miteinander verknüpft. Klar, es gibt die einzelnen Reihen wie z.B. Donkey Kong und Super Mario. Aber es gibt auch immer wieder Spiele, in denen alle Spielfiguren vereint werden. Da wären zum Beispiel die Mario Kart Teile oder auch Super Smash Brothers zu nennen. Interessanterweise gesellen sich in den letzten Jahren sogar Spielfiguren hinzu, die außerhalb des Nintendo Universums existieren. Beispielsweise Solid Snake und Megaman. Beide erschienen bzw. erscheinen in der Smash Brothers Reihe.

Auf anderen Konsolen gibt es ebenfalls Reihen, deren Spielfiguren allerdings nie aufeinander treffen. Bei Nintendo ist es wie bei einer großen Familie ;).

Super Nintendo (SNES) mit Super Mario World

Mit Nintendo groß  geworden

Auch wenn ich als Kind einen Sega Mega Drive hatte, so konnte ich an den Nintendo Spielen teilhaben, da mein Bruder einen Super Nintendo besaß. So lernte ich schon im frühesten Kindesalter Super Mario und Co kennen.

Wenn man mit etwas aufwächst, hat man einfach eine ganz andere Verbindung dazu.Man fühlt sich heimisch.

Fazit

Mir ist klar, dass einige Vergleiche vielleicht nicht ganz passen, da es natürlich auch Xbox und PC Spiele gibt, die einfach, zeitlos und wiederspielbar sind. Mir geht es aber um den grundsätzlichen Tenor. In der Gesamtheit ist es einfach so, dass Nintendo Spiele zeitlos, wiederspielbar und einfach sind.

Das spiegelt sich auch in den Preisen wieder: Nintendo Spiele werden einfach nicht billiger. Wohingegen aktuelle Shooter meist nach wenigen Monaten für ein paar Euro zu haben sind.

Bestes Beispiel: Crysis 3. Ich habe dieses Spiel nicht einmal komplett durchgespielt. Habe es mittlerweile verkauft, solange es noch etwas wert ist. Für mich ist Crysis 3 eine durchgestylte Schönheit, die aber keine Seele besitzt. Wohingegen es bei Mario egal ist, wie er aussieht. Man spielt ihn einfach :).

Um das ganze auf den Punkt zu bringen: Nintendo Spiele werden mit Liebe gemacht!

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