Videospiel-Preise – Damals und Heute

10. Dezember 2013 | Seenadel

Videospiele-Preise - Goldeneye 007 für Nintendo 64Ich habe eben auf Facebook eine kleine Diskussion bezüglich Videospiele-Preisen geführt, die mich wieder auf die Idee brachte, dass ich mal einen Artikel darüber schreiben wollte.

Viele Spieler beschweren sich über die hohen Preise von Videospielen heutzutage. Beispielsweise neue Playstation 4 Spiele kosten bis zu 69,99 Euro. Stimmt es wirklich? Sind Videospiele wirklich teurer geworden?

Ich gehe in diesem Artikel auf Pro und Contra Argumente ein, die ich für wichtig halte. Ob man mir zustimmt oder nicht, überlasse ich meinen Lesern.

Sind Videospiele wirklich teurer geworden?

In meinen Augen sind Videospiele nicht wirklich teurer geworden. Sie sind zu Release teuer – das steht außer Frage – aber das war früher genauso. Außerdem muss man zwischen verschiedenen Typen von Videospielen differenzieren:

  • PC-Spiele
  • Nintendo-Spiele
  • Xbox/PS-Spiele

PC-Spiele

PC-Spiele sind in meinen Augen deutlich günstiger geworden. Ich erinnere mich, wie ich als Jugendlicher Age of Empires 2 für 129,99 DM beim Einzelhändler meines Vertrauens gekauft habe. Das sind umgerechnet circa 65,00 Euro. Ein Preis, den heute kein Mensch mehr für ein PC-Spiel bezahlen würde – nicht einmal zum Release. Heutzutage werden PC-Spiele größtenteils digital verkauft, beispielsweise über die Plattform Steam. Ich persönlich und viele meiner Freunde und Bekannten kaufen Spiele dort nur, wenn sie auch im Angebot sind. Andere warten auf die sogenannten Humble Bundles, bei denen man den Preis selbst bestimmten darf. Wer geizig ist, der bekommt so 3-4 halbwegs aktuelle Spiele für 1,00 US-Dollar, was je nach Kurs 0,78 Euro sind. Das ist günstiger als ein 0,5 Liter Früh Kölsch (Vergleichspreis: 0,71 Euro + 8 Cent Pfand) ;). Steam-Spiele sind sogar häufig so günstig, dass ich mittlerweile über davon 50 angesammelt habe, wovon ich die meisten niemals spielen werde, da meine Lebenserwartung nicht unbegrenzt ist. In solchen Fällen denke ich mir „Gutes Spiel – wird gekauft“, weil der Preis so unschlagbar ist.

Wie teuer PC-Spiele bei Release sind, weiß ich gar nicht genau. Ich habe mal was von 35,00 bis 45,00 Euro gehört. Teilweise kann man sich die Spiele auch auf ominösen russischen Seiten kaufen, bei denen man für aktuelle Spiele nur ein paar Euro bezahlen muss. Davon halte ich allerdings wenig. Auf Steam kostet die digitale Kopie teilweise 60,00 Euro zum Release, was ich für einen Download schon recht mächtig finde.

Nintendo-Spiele

Nintendo-Spiele sind meines Erachtens nach Sonderfälle. Beispielsweise Zelda: Ocarina of Time kam 2011 für den Nintendo 3DS raus. Ich weiß den Originalpreis ehrlich gesagt nicht, allerdings kostet das Spiel momentan bei Amazon 39,99 Euro, was nicht viel günstiger als der Originalpreis sein kann. Was ich damit sagen möchte: Nintendo-Spiele werden nicht wirklich billiger. Auch gebraucht kosten sie nur geringfügig weniger, als der Originalpreis.

Woran das liegt? Darüber kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Vielleicht, weil nicht im Monatstakt Teil 2, 3, 4 und 5 erscheinen? Weil die Spiele einzigartig sind und Nintendo-Originalprodukte meist genial sind? Nintendo-Spiele sind nie Massenware – und das ist auch gut so. Wenn die Auswahl an Spielen nicht so begrenzt wäre, dann hätte ich auch schon längst eine Wii U.

Xbox/PS-Spiele

Xbox- und Playstation-Spiele sind zu Release eindeutig am teuersten. Der Preis startet meist zwischen 50,00 und 70,00 Euro. Er fällt allerdings auch relativ schnell, sodass man nach wenigen Monaten meist nur noch 20,00 bis 30,00 Euro bezahlen muss. Gebraucht sind viele alte Spiele bereits für bis zu 10,00 Euro zu haben. Nach einiger Zeit, wenn alle DLCs erschienen sind, wird dann meist noch einmal eine 40,00 Euro Game-of-the-Year-Edition auf den Markt gebracht.

Zwischenfazit

PC-Spiele für unter 1,00 Euro, gebrauchte Konsolen-Spiele für bis zu 10,00 Euro – und stets teure Nintendo-Spiele. Videospiele sind also definitiv nicht teurer geworden, sofern man sie nicht direkt zum Release haben möchte. Eher das Gegenteil ist der Fall. Insbesondere am PC kann man sogar von einer Videospiele-Inflation sprechen.

Preisvergleich und Überblick

Ein wichtiger Punkt ist der Überblick, den man damals als Kind nicht hatte. Ich denke, die meisten Leser waren noch Kinder, als sie die ersten SNES- oder N64-Spiele bekommen haben. Das Problem war damals, dass es kein wirkliches Internet für den Otto-Normal-Verbraucher gab. Es gab also keinen Preiskampf in der Online-Welt. Ich bin damals mit meinen Eltern immer in ein großes Einkaufszentrum gegangen, wo lediglich die Preise zwischen Toys-r-us und Saturn verglichen werden konnten. Meist waren die Preise aber ohnehin dieselben. Wenn man keine Preise vergleichen kann, dann können die vorhandenen Läden eben Preispolitik betreiben, wie sie lustig sind.

Der vorhandene Preisvergleich und der Preiskampf im Internet sind also auch Faktoren, die eher für die heutige Zeit sprechen. Für den Einzelhandel ist dieser Preiskampf ein Fiasko, für die Endverbraucher etwas Positives.

Für viele ein Feindbild: DLCs

Es gibt eine Sache, die früher vielleicht besser war: Spiele wurden komplett veröffentlicht. Wenn es eine Erweiterung gab, dann hat diese etwas mehr gekostet, dafür aber das Spiel inhaltlich meist komplett auf den Kopf gestellt (Beispiel: Gothic 2 – Nacht des Raben).

Heutzutage gibt es zu fast jedem Spiel bereits beim Release DLCs. Diese sind frecherweise sogar auf der Disc vorhanden, müssen aber gegen Bares freigeschaltet werden. DLCs sind Mini-Erweiterungen, die meist 2-3 Stunden Spielspaß bringen, dafür aber UVP 10,00 Euro kosten. Es gibt durchaus DLCs, die ihr Geld wert sind (Beispiel: Fallout DLCs), aber die meisten sind ziemlich daneben.

Wenn sich allerdings Mikro-Transaktionen weiter durchsetzen, dann werden sich viele Spieler noch die DLCs zurückwünschen. Beispielsweise gibt es im bald erscheinenden Gran Turismo 6 einen Wagen, der 150,00 Euro kosten soll (!!!). Solange solche Mikro-Transaktionen nur kosmetische Veränderungen bringen, kann ich damit leben. Aber wenn man spielentscheidende Vorteile dadurch erhält, dann hört der Spaß auf. Stichwort: Pay2Win.

Fazit: Videospiel-Preise – Damals und Heute

Die Videospiel-Preise von heute werden oft kritisiert und als zu teuer bezeichnet, weil nur die Release-Preise betrachtet werden. Insgesamt gesehen sind Videospiele aber deutlich günstiger geworden, da man Gebrauchtspiele über Amazon und Ebay kaufen kann. Außerdem herrscht ein reger Preiskampf, weswegen es sich die meisten Händler nicht leisten können, die Release-Preise oben zu halten – außer bei Nintendo-Spielen. 😉

Kategorien: Sonstiges

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Oxx
5. Februar 2014 um 21:47 Uhr

Da kann ich Dir nur zustimmen, die Preise von Gebrauchtspielen purzeln sehr rapide in den Keller. Das war damals noch nicht so.
Ich kaufe mir pro Jahr vielleicht 2-3 Vollpreis Titel, beim Rest kann ich warten.

Seenadel
5. Februar 2014 um 22:30 Uhr

Mache ich genauso. Ab und zu darf das mal sein. 🙂

maTTes
16. Dezember 2014 um 12:58 Uhr

Ich kann mich genau noch an mein „Siedler“ erinnern … Teil 1 natürlich in Diskettenform für PC für lächerliche 99,99 DM … aber so viel Geld habe ich für kein Spiel danach mehr bezahlt.